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Award Software Vergleich: vier Preismodelle und acht Kriterien für die Auswahl

Ein Award Software Vergleich scheitert selten an den Funktionen — er scheitert am Preismodell. Vier Modelle prägen den Markt, und sie kosten bei derselben Einreichungszahl sehr unterschiedlich viel. Dieser Artikel ordnet sie ein, liefert ein Raster aus acht Kriterien für die eigene Auswahl und benennt, wann welches Modell rechnerisch gewinnt.

Vier Preismodelle, die den Markt bestimmen

Wer für die kommende Saison Angebote einholt, bekommt Zahlen, die sich kaum nebeneinanderlegen lassen: einmal eine Pauschale pro Award, einmal ein Jahresabo, einmal ein Betrag pro Einreichung — und häufig überhaupt keine Zahl. Dahinter stehen vier verbreitete Modelle mit eigener Logik. Wer sie auseinanderhält, kann jedes Angebot auf dieselbe Größe umrechnen: Gesamtkosten einer Saison bei der Einreichungszahl, die Sie realistisch erwarten.

ModellÜbliche PreisangabePasst zuWorauf Sie achten müssen
Full-Service (Agentur mit eigener Plattform)ab ca. € 3.300 pro Award, Umfang verhandelbarErstauflagen, Teams ohne interne KapazitätSoftware und Dienstleistung stecken in einer Summe. Lassen Sie beides getrennt ausweisen, sonst ist der Vergleich mit reinen Softwarepreisen wertlos.
Internationale Cloud-Plattformca. € 2.500–5.000 pro Jahrwiederkehrende Programme, englischsprachige AbwicklungSpeicherort, Vertrags- und Supportsprache, Auftragsverarbeitungsvertrag. Eine deutschsprachige Oberfläche für Einreichende ist nicht selbstverständlich.
Per-Entry€ 2–3 pro Einreichungkleine Awards, stark schwankende TeilnahmeDer Preis wächst mit dem Erfolg: 1.000 Einreichungen bedeuten € 2.000–3.000 allein an Plattformgebühr, teils zuzüglich Provision auf die Teilnahmegebühr.
Preis auf Anfragekeine öffentliche Angabegroße Programme mit SonderanforderungenDer Vergleich beginnt erst nach zwei bis drei Gesprächen. Planen Sie diese Wochen im Zeitplan ein.

Die Spannen beschreiben öffentlich erkennbare Marktmuster, keine Angebote einzelner Anbieter. Was Sie zahlen, hängt von Kategorienzahl, Jury-Größe, Sprachen und Supportumfang ab.

Die größte Position steht in keinem Angebot

Die Lizenz ist im Award-Budget selten der größte Posten. Das sind die Stunden, die Ihr Team in Nachfassen, Mappenbauen und Listenpflege steckt — und die stehen in keinem Angebot. Eine Modellrechnung mit 100 Einreichungen, 10 Juror:innen und einem internen Stundensatz von € 50 zeigt die Größenordnung.

AbwicklungswegInterner AufwandKosten pro Saison
E-Mail und Excel≈ 200 h≈ € 10.000 interne Kosten, keine Lizenz
Online-Formular plus Excel≈ 120 h≈ € 6.000 interne Kosten plus Werkzeugkosten
EigenentwicklungProjektsteuerung, Wartung, Betrieb€ 25.000+ einmalig, ≈ € 10.300 pro Award bei Umlage auf drei Saisonen

Das sind Schätzungen für ein mittelgroßes Programm, keine Messwerte. Sie verschieben aber den Maßstab: Ein Angebot, das € 1.000 günstiger ist und zwanzig zusätzliche Stunden Handarbeit erzeugt, ist am Ende teurer. Wie sich die Positionen zusammensetzen, rechnet der Beitrag Was ein Award wirklich kostet auf.

Die Kernaussage: Vergleichen Sie keine Lizenzpreise, sondern die Gesamtkosten einer Saison — Plattformpreis plus interne Stunden plus Provision auf Teilnahmegebühren. Erst diese drei Zahlen zusammen machen Angebote mit unterschiedlichen Preismodellen vergleichbar.

Acht Kriterien für den Award Software Vergleich

Ein Raster verhindert, dass die Entscheidung an einer gut vorgeführten Einzelfunktion hängen bleibt. Die folgenden acht Punkte decken die Fragen ab, die erfahrungsgemäß erst nach Vertragsabschluss teuer werden. Gewichten Sie sie nach Ihrem Programm: Für einen kostenlosen Verbandspreis ist Punkt 2 belanglos, für einen Fachmedien-Award mit Einreichgebühr entscheidet er über die Marge.

  1. Preislogik und Skalierung. Rechnen Sie jedes Angebot zweimal: mit Ihrer erwarteten Einreichungszahl und mit dem doppelten Wert. Modelle, die bei Erfolg teurer werden, bestrafen genau das, was Sie erreichen wollen.
  2. Zahlung und Rechnungen. Behält der Anbieter einen Anteil der Teilnahmegebühr ein? Entstehen Rechnungen automatisch, mit eigenem Nummernkreis und allen Angaben, die Ihre Buchhaltung braucht — oder schreibt sie am Ende doch jemand von Hand?
  3. Jury-Modell. Eine Bewertungsmaske hat jede Plattform. Fragen Sie nach mehreren Runden, gezielter Zuteilung einzelner Einreichungen, dem Umgang mit Befangenheit und danach, ob strenge und milde Bewertungen rechnerisch ausgeglichen werden.
  4. Datenschutz und Speicherort. Sie sind Verantwortlicher, der Anbieter ist Auftragsverarbeiter; ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO ist Pflicht. Klären Sie den Serverstandort und ob Juror:innen wirklich nur die ihnen zugeteilten Einreichungen sehen. Details dazu im Beitrag zur DSGVO bei der Award-Einreichung.
  5. Marke und Domain. Läuft die Einreichung unter Ihrer Domain und Ihrem Erscheinungsbild oder unter dem Namen des Anbieters? Für Verbände, Kammern und Fachmedien ist das keine Kosmetik, sondern eine Frage der Absenderglaubwürdigkeit.
  6. Sprachen. Zweisprachig DE/EN deckt die meisten DACH-Programme ab. Wer in mehreren Märkten ausschreibt, prüft, wie viele Oberflächensprachen ohne Aufpreis enthalten sind und wer die Übersetzung pflegt.
  7. Export und Ausstieg. Kommen Sie jederzeit an Ihre Daten heran, als Excel, CSV und ZIP mit allen Uploads? Was passiert nach Vertragsende? Wer darauf keine schriftliche Antwort gibt, kalkuliert mit Ihrem Wechselaufwand.
  8. Was nach der Bewertung kommt. Der Award endet nicht mit dem Ranking: gestaffelte Veröffentlichung von Shortlist und Gewinner:innen, Feedback für Einreichende, Urkunden, Badges, Sponsorenlogos. Fehlt das, kehrt die Handarbeit durch die Hintertür zurück.
Drei Fragen, die Sie schriftlich stellen sollten: Wo liegen die Daten physisch, und wer hat Zugriff? Welcher Betrag bleibt bei 200 zahlenden Einreichungen tatsächlich bei uns? Was kostet eine zweite Jury-Runde oder eine zusätzliche Sprache mitten in der Saison?

Welches Modell sich für welche Größe rechnet

Wo Laureo in diesem Raster steht

Der Fairness halber die eigene Einordnung nach denselben Kriterien. Laureo ist ein Pauschalmodell pro Award-Saison (12 Monate), White-Label, mit EU-Hosting: Starter € 1.790, Professional € 3.490, Sovereign ab € 7.900, jeweils netto. Starter enthält Formular-Builder, Kategorien und Kriterien, Preisphasen für Early, Regular und Late, Stripe-Zahlung mit 0 % Provision, automatische PDF-Rechnungen mit eigenem Nummernkreis, eine Jury-Runde und Exporte als Excel, CSV und ZIP. Professional ergänzt mehrere Jury-Runden, Jury-Zuteilung samt Befangenheit, DE/EN, eigene Domain und Broadcast-E-Mails. Sovereign ergänzt Self-Hosting auf eigener Infrastruktur, SLA und Onboarding-Workshop. In der Modellrechnung oben landet dieser Weg bei rund 10 internen Stunden plus Plattformpreis, zusammen also bei etwa € 2.290 aufwärts. Welche Funktion in welchem Paket steckt, steht unter Funktionen. Entstanden ist die Software aus der Abwicklung des HR Award beim HR Inside Summit.

Wann ein anderer Anbieter besser passt

Alle genannten Laureo-Preise netto pro Award-Saison (12 Monate). Anbieter: State of Innovation GmbH, Mahlerstraße 7/25, 1010 Wien, FN 680807 m.

Häufige Fragen

Was kostet eine Award-Software?

Am Markt sind vier Muster verbreitet: Full-Service ab etwa € 3.300 pro Award, internationale Cloud-Plattformen zwischen € 2.500 und € 5.000 pro Jahr, Per-Entry-Modelle mit € 2 bis € 3 pro Einreichung und „Preis auf Anfrage“. Laureo kostet € 1.790 bis ab € 7.900 netto pro Saison. Dazu kommen die internen Stunden, die in keinem Angebot stehen.

Welche Kriterien sind bei der Auswahl einer Award-Software wichtig?

Acht Punkte decken die üblichen Streitfälle ab: Preislogik und Skalierung, Zahlung und Rechnungen, Jury-Modell, Datenschutz und Speicherort, Marke und eigene Domain, Sprachen, Export und Ausstieg sowie alles, was nach der Bewertung kommt — Veröffentlichung, Urkunden und Badges. Gewichten Sie die Punkte nach Ihrem Programm, statt alle gleich zu behandeln.

Lohnt sich eine Award-Software bei wenigen Einreichungen?

Bei 20 bis 30 kostenlosen Einreichungen und einer Jury, die an einem Nachmittag entscheidet, meist nicht: Per-Entry-Modelle mit € 2 bis € 3 pro Einreichung oder ein sauber gebautes Formular reichen aus. Sobald Teilnahmegebühren, Rechnungen und mehrere Jury-Runden dazukommen, kostet die Handarbeit mehr als jede Plattformlizenz.

Ist eine Award-Plattform mit Servern außerhalb der EU DSGVO-konform?

Möglich ist das, aber begründungspflichtig. Als Veranstalter sind Sie Verantwortlicher, der Anbieter ist Auftragsverarbeiter; ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO ist Pflicht. Für Übermittlungen in Drittländer brauchen Sie zusätzlich einen dokumentierten Mechanismus. EU-Hosting oder ein Server in der eigenen Infrastruktur macht diese Prüfung in den meisten Fällen entbehrlich.

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